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Dülmener Strasse / Hellweg / 22. Woche 2013

Fotos:  Burkhard Lüning
Fotos: Burkhard Lüning

Hellweg - Dülmener Strasse.

Unter Hellweg versteht man im Westfälischen bedeutende Handelwege, die seit alter Zeit so genannt wurden. Der bekannteste Hellweg ist der, der die sogenannten „Hellwegstädte“ von Duisburg über Karnickelhausen bis nach Paderborn miteinander verbindet. Der Sytherner Hellweg kommt von Haltern am See und führt am den Silbersee III in Karnickelhausen vorbei, nach Dülmen. Blickt man auf der Karte, so sieht man, dass die Höhenschichtlinien hier nach Norden ausbuchten, dadurch wird die schmalste Stelle, der Heubach – Mühlenbachniederung bei Hausdülmen überquert. Überhaupt war der Hellweg die kürzeste Verbindung zwischen Haltern am See und Dülmen, was man auf der Karte unschwer, feststellen kann. Karnickelhausen war schon in der Bronzezeit ein uraltes Siedlungsgebiet.
Sie umfasst den Zeitraum von 1.800 bis 800 vor Chr. Der Übergang erfolgte allmählich. Der Mensch fand das Kupfer und lernt, dieses weiche Erz durch Beifügung von Zinn zu härten. Das auf diese Weise gewonnene Metall nennt man Bronze. In Karnickelhausen und Umgebung gibt es dieses Metall nicht. Alle gefundenen Bronzegegenstände können nur auf den Handelsweg (Hellweg) nach hierher gekommen sein. Auch in der Bronzezeit bleibt der Mensch in Karnickelhausen sesshaft, das haben Ausgrabungen in der Schmaloer Heide ergeben. Auf dem prähistorischen Kongress im Jahr 1902 in Dortmund wurde von hunderten aufgefundener Grabstätten aus der Bronzezeit berichtet und Funde vorgestellt u.a. Kugeltopf, Urnen mit Bronzebeigaben und Feuersteinmesser. (Die Sachen stehen heute im Stadtarchiv Dülmen).

Die vielen Funde aus der Zeit bis 800 vor Chr. lassen den Schluss zu, dass hier ein bedeutender menschlicher Ort war. Die Strasse, besser gesagt, dieser Weg, verdanken nun keineswegs seine Entstehung einem zielbewussten vorgehen, sondern entstand aus „von Siedlung zu Siedlung“ getretenen. Von einem künstlichen Oberbau ist natürlich keine Rede, es sei denn, dass man hier und dort eine zu tiefe Grube durch Steine ausfüllte, oder eine sehr feuchte Stelle durch einen Knüppeldamm überbrückte. Wasserläufe wurden auf primitiven Holzbrücken überquert.
Auch die Römer können, wenn wir an das Römerkastell in Haltern am See denken, diesen Weg gezogen sein. Im Kampf der Franken gegen die Sachsen hat 758 in der Schlacht bei Sythen der Hellweg eine entscheidende Rolle gespielt. Als die Endpunkte der Strasse, Haltern am See und Dülmen, 1288 bzw. 1289 und 1311 städtische Gerechtsame erhielten, war der Hellweg das ganze Mittelalte hindurch bis in die Neuzeit hinein das wichtigste Verbindungsglied dieser Städte.
Der Hellweg wurde zur Karolinger.- Sachsen.- und Hohenstaufenzeit noch einigermaßen instand gehalten. In Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) verfielen die Wege fast vollständig. Nach Kriegsende wurden die verwilderten Wege wieder hergerichtet, so auch der Hellweg durch Sythen und durch Karnickelhausen bis nach Dülmen (da gab es die B51 bzw. L551 noch nicht).
Auch der Herzog Emanuel von Croy kam auf den Hellweg nach Dülmen, das geht aus seinem Tagebuchaufzeichnungen hervor. Es mögen schon vor 2000 Jahren die Römer aus Rom über den Hellweg durch Karnickelhausen gezogen sein.
Nachweisbar sind aber erst die Kriegshorden der Spanier und Hessen, die im Spanisch- Holländischen Krieg 1587 – 1599 über den Hellweg zogen und Angst und Schrecken unter den Anwohnern verbreiteten. Aber auch der Dreißigjährige Krieg (1618- 1648) war nicht ohne. Die Bewohner des Hellwegs hatten schwer zu leiden. Nicht nur durch Misshandlungen der Kriegshorden hatte die Anwohner des Hellwegs zu leiden, sondern auch der Hunger und die vielen Wölfe machten ihnen zu schaffen.

 

Unten: Was sich so auf Butterblumen alles abspielt.

Oben: Die Blauen Lupine wurde in den 60er Jahre von der Quarzwerke gepflanzt.

Heute Kämpfen die Pflanzen um die Vorherrschaft in Karnickelhausen.

Steinklee          -              Kanadisch Goldrute        -       und das Springkraut

Oben: Ginster oder auch Pfingstblume genannt.

Früher haben Leute die Pflanze ausgegraben und als Ziehstrauch im Garten gepflanzt